Aktuelle Ausstellung

4. April  –  11. Mai

Thomas Wageringel

OTIUM Decollagen und Objekte

„Otium“ aus dem Lateinischen kommend, bedeutet dies: Muße, Glücksmoment, freie Zeit, Still-Leben, aber auch aktiver Urlaub, philosophischer Spaziergang oder Politische Ruhe im Alltag. Dazu soll die Ausstellung von Thomas Wageringel inspirieren und einladen.

Wageringel, geboren in Leipzig, schloss sein Studium der Gebrauchsgrafik an der Burg Giebichenstein in Halle Anfang der 80er Jahre mit dem Diplom ab. Heute arbeitet und wohnt er in Schwerin.

Der Buchstabe, die Schrift und die Typografie sind seit jeher Ziel, Programm und Berufung seines Tuns. 1995 entdeckte er durch einen Zufall eine für ihn neue Technik und ein weiteres Tätigkeitsfeld – die Decollage. Im Gegensatz zur Collage, bei der Elemente, Papier, Pappe und andere Fundstücke addiert, hinzugefügt und ergänzt werden, handelt es sich bei der Decollage quasi um eine Zerstörung. Hier werden meist von mehrlagigen Plakaten Elemente entfernt, gerissen, gekratzt, abgezogen. Als Handwerkszeug dienen hierfür Schweizermesser, Korkenzieher, Gabeln und Holzschnittwerkzeug. Es ergeben sich interessante grafische Phänomene, die ausgearbeitet und einem gestalterischen Prinzip untergeordnet werden müssen. Die Decollage gibt es bereits seit Mitte der 40er Jahre. Ausgehend von Frankreich und Italien, wurde sie in Ausstellungen der „Nouveau Réalisme“-Bewegung bekannt und verbreitet. Der bekannteste deutsche Vertreter ist Wolf Vostell.

In der Ausstellung werden vorrangig großformatige Arbeiten zu historischen und biblischen Themen gezeigt. Ergänzt werden die Decollagen durch neueste Arbeiten: Objekte aus Holz und Metall, thematisch anders gelagert, gemeinsam ist jedoch beiden, dass die verwendeten Materialien fast ausschließlich Fundstücke sind.

Eröffnung: 3. April um 19.30 Uhr
Kunstgespräch mit Dr. Gerhard Graulich
Musikalisches Otium: Reinhard Lippert